Neue in der Ersten und Fünften in Saalfelder Sabel-Gesamtschule

Neue in der Ersten und Fünften in Saalfelder Sabel-Gesamtschule

Saalfeld, 3. September 2014

Saalfeld. Der Grundschulteil der Sabel-Gemeinschaftsschule Saalfeld geht in das zweite Jahr und hat zehn neue Schüler. Seit Montag gibt es einen Zweitklässler mehr – und damit elf. Bereits am Samstag wurden die fünf Mädchen und vier Jungen in der ersten Klasse von ihren älteren Schulkameraden begrüßt.

In Deutsch, Mathematik, Englisch sowie Sach- und Heimatkunde lernen die Sabel-Grundschüler klassenweise getrennt, in den anderen Fächern altersgemischt. Dazu gehört auch Schulgartenunterricht, der auf der DRK-Naturinsel auf der Friedenshöhe angeboten wird.
„Lernen am anderen Ort ist uns sehr wichtig“, sagt Frank Kücholl, der Leiter der Gemeinschaftsschule, die derzeit bis zur zehnten Klasse führt, aber perspektivisch neben dem Haupt- oder Realschulabschluss auch das Abitur anbietet. Was bei den Jüngeren der insgesamt etwa 160 Schüler der Naturgarten ist, sind für die Älteren Betriebspraktika, denn die Bildungseinrichtung versteht sich als Wirtschaftsschule. Dazu bietet sie spezielle Fächer an, in denen beispielsweise in der siebten Klasse die Kenntnisse im handwerklichen, im hauswirtschaftlich-sozialen und im kaufmännischen Bereich vertieft werden. Verbunden mit einer Potenzialanalyse durch das BTZ der Handwerkskammer in Rudolstadt sind die Schüler vorbereitet auf die Berufsorientierungspraktika und die eigene Schülerfirma in der neunten Klasse. 16″Schüler haben sich in diesem Schuljahr für den Übertritt in die fünfte Klasse der Wirtschaftsschule entschieden.
„Aus pädagogischer Sicht streben wir Klassenstärken von höchstens 20 Schülern an“, erklärt Kücholl, obgleich die Raumausstattung auch 24 Schüler aufnehmen könnte. Ein derart guter Betreuungsschlüssel hat seinen Preis: 195 Euro pro Monat kostet ein Schulplatz. Allerdings sind damit auch alle inhaltlichen Angebote abgegolten, die die gebundene Ganztagsschule zwischen 8 und 16 Uhr unterbreitet. „Tanzkurs, Puppenworkshop, Tischtennis, Medien-AG“, zählt Steffi Kracik, Lehrerin für Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre, nur einiges auf. Dazu kommen Wahlfächer wie Textverarbeitung oder die Vorbereitung auf die IHK-Prüfung im Zehn-Finger-Schreiben.

„Am Schulgeld ist es noch nie gescheitert, ein Kind aufzunehmen“, verweist Kücholl auf Fördermöglichkeiten. Das bestätigt Elternsprecherin Heike Stieler-Samoila. Inzwischen geht auch ihre zweite Tochter auf der Sabel-Schule, nachdem die große hier nicht nur ihre Lernschwierigkeiten überwand, sondern auch den Realschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 1,7 hinlegte. „Hier stimmt das Lernumfeld“, sagt sie.

Zumindest das Umfeld, das die Schule beeinflussen kann. Derzeit bringen die Schüler Ideen ein, wie im Schulhaus Ruhezonen gestaltet werden sollen, auf dem Schulhof werden Basketballkörbe angebracht, finanziert aus Überschüssen der Schülerfirma, es gibt einen neuen Anbieter fürs Schulessen, Schwimmunterricht wurde eingeführt, der nächste Themenelternabend, der über konkrete Erziehungsfragen informiert, ist in Vorbereitung, in drei Wochen wird der erste Azubi-Speed-Dating-Tag für die 38 Zehntklässler angeboten.

Und was die Schule zusammen mit Schülern und Eltern nicht selbst gestalten kann, dazu werden Verbündete gesucht. Gerade haben die Eltern einen erneuten Vorstoß unternommen, um den Schulweg sicherer zu gestalten. Mehr als 200 Väter und Mütter unterschrieben die Forderung nach einer Verkehrsinsel vor der Schule oder einem Fußgängerüberweg, nach einer Zone mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf der vielbefahrenen Bundesstraße, die in der Nähe der Bushaltestelle überdies durch eine Kurve unübersichtlich ist. „Aus unserer Sicht muss da reagiert werden“, unterstützt Bürgermeister Matthias Graul (parteilos) das Elternbegehren, das er mit einem unterstützenden Brief an das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt weitergab.

Sabine Bujack-Biedermann / 03.09.14 / OTZ