Mehr Wirtschaft in die Schule
Karriereplanung mit der Bayerischen Wirtschaftsschule

Mehr Wirtschaft in die Schule
Karriereplanung mit der Bayerischen Wirtschaftsschule

, 12. August 2015

Wegen ihres hohen Praxisbezuges stehen ihre Absolventen bei den Unternehmen hoch im Kurs. Ihre Berufsaussichten sind gut. Rund 85 Prozent laut Direktorenvereinigung der Bayerischen Wirtschaftsschulen kamen in ihrem Wunschberuf unter. Wirtschaftsschüler brechen kaum die Lehre ab. Die Abbruchquote liegt bei zwei Prozent also weit unter Durchschnitt.

Der Abschluss der Wirtschaftsschule ist gleichwertig mit der Mittleren Reife, die Absolventen der Realschule verliehen bekommen. Auch sie haben im Anschluss alle Chancen nicht nur einen Beruf zu erlernen, sondern das Fachabitur an der FOS oder später an der BOS abzulegen. Erst kürzlich entfachte eine Schülerin in den sozialen Netzwerken und Medien eine große Debatte darüber, dass sie in der Schule zu viel „Theoretisches“ und zu wenig „Nützliches“ lerne. „Nützliches“ lernt man auf der Wirtschaftsschule ohne Frage, zumal seit dem Schuljahr 2014/15 der neue LehrplanPlus eingeführt wurde.

Neben den normalen Standardfächern wie Deutsch, Englisch, Mathematik ist eines der kaufmännisch ausgerichteten Fächer das Fach „Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle“. Es befasst sich mit Themen wie „als Privatverbraucher wirtschaftlich handeln“, „mit Geld verantwortlich umgehen“, „Kaufverträge abschließen“. In zusätzlichen Projekten, wie es beispielsweise die Sabel Wirtschaftsschule mit dem NFTE-Projekt (Network for Teaching Entrepreneurship) anbietet, können Schüler und Schülerinnen eigene Geschäftsideen entwickeln, einen Businessplan erstellen und deren praktische Umsetzung ausprobieren.

Nicht ohne Stolz betont der Schulleiter der Sabel Wirtschaftsschulen, Dr. Sebastian Schmitter: „Wer unsere Schule erfolgreich verlässt, hat nicht nur den Grundstock gelegt, um im späteren Berufsweg weit voran zu kommen, sondern kennt sich bereits bestens in den jeweiligen Unternehmensstrukturen aus. Ein elementarer Vorteil, wenn man seine Berufsausbildung startet.“ „Es ist auch kein Zufall“, so Schmitter „dass die spätere Ausbildungszeit um bis zu einem Jahr verkürzt werden kann, wenn man zum Beispiel das Fach „Übungsunternehmen“ belegt hat.

Der neue LehrplanPlus trat zunächst in den 7. Klassen in Kraft. Die Lehrpläne sind kompetenzorientiert ausgerichtet. Der Schüler wird viel stärker in die Verantwortung genommen und ist Teil des gesamten Lernprozesses. Der Lehrer vermittelt nicht mehr nur kognitives Fachwissen, sondern erarbeitet Lösungswege zusammen mit den Schülern. Als Folge können andere Kompetenzen der Schüler mit in das Bewertungsbild aufgenommen werden, wie zum Beispiel die Beurteilung darüber, wie jemand in einer Arbeitsgruppe seine Ideen mit eingebracht hat oder anderen Schülern beim Lernprozess behilflich sein konnte. Die Selbstkompetenz, soziale Kompetenz oder Methodenkompetenz stellen demnach einen ebenso großen Faktor dar wie die reine Wissenskompetenz.

Gleichwohl werden Wirtschaftsschulen in Bayern immer wieder neu auf den Prüfstand gestellt, wenn Schüler den bequemen Weg über die Mittelschule wählen, um dort den Mittleren Bildungsabschluss zu absolvieren. „Vergleichen kann man die beiden unterschiedlichen Ansätze jedoch nicht unbedingt“, so Schmitter, „da die Vorbereitung auf die Berufspraxis bei uns sicherlich einen weitaus größeren Schwerpunkt erfährt. Jugendliche, die eher praxisorientiert lernen und arbeiten möchten, für diese ist die Wirtschaftsschule genau das Richtige“.