Lesung von Zekarias Kebraeb

Lesung von Zekarias Kebraeb

, 10. Dezember 2015

 

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Aus Angst zum Militärdienst eingezogen zu werden – wie es in Eritrea für alle Jugendlichen nach ihrem Abitur Gang und Gäbe ist – versteckte sich der 17jährige Zacharias 10 Monate lang in seinem Elternhaus. Zu dieser Zeit keimte auch langsam der Gedanke an Flucht in ihm auf. Absurd, an Flucht aus dem Land zu denken, wenn lediglich die Flucht aus dem Elternhaus undenkbar erscheint.

Mit finanzieller Unterstützung von seinem bereits im Ausland lebenden Bruder schafft es Zacharias jedoch bis nach Italien. Die prägendsten Erlebnisse, die Tage in der Wüste sowie die Zeit auf dem Mittelmeer, teilte Zacharias mit unseren Schülern indem er zugehörige Passagen aus seinem Roman vorlas. Er erzählte von seiner Abschiebehaft in Lübeck und dem darauffolgenden Hungerstreik, davon, obwohl es ihm nicht erlaubt war, trotzdem die deutsche Schule besuchte,  von seinem erfolgreichen Hauptschulabschluss und der anschließenden Ausbildung.

Nach der Veröffentlichung seines Romans 2011 erhielt Zacharias die Aufenthaltserlaubnis und zwei Jahre später den deutschen Pass. Zurzeit lebt er in Äthiopien, wo er „Internationale Beziehungen“ studiert und in Nürnberg.

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