Erster Azubi-Speed-Dating-Tag an der Sabel-Schule Saalfeld

Erster Azubi-Speed-Dating-Tag an der Sabel-Schule Saalfeld

, 26. September 2014

Nach dem Fachabitur möchte Jonas Kürsten (15) – hier im Gespräch mit Simone Stadermann, der Personalleiterin der Samag Saalfeld GmbH – gern etwas Technisches machen. Doch nicht der Maschinenbaubetrieb oder andere metallverarbeitende oder Kfz-Firmen haben ihn überzeugt, sondern die Tischlerei Hantschel GmbH.

Saalfeld. Einmal in der Verwaltung zu arbeiten, ist der Berufswunsch von Maximilian Hörcher (15). Seit gestern weiß es der Zehntklässler der Sabel-Gemeinschaftsschule Saalfeld genauer: „Sparkasse oder Landratsamt wären toll.“

Über die Ausbildungsangebote und Anforderungen der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt und weiterer 14 Unternehmen der Region konnte sich ­Maximilian am Mittwoch wie die über 30 anderen Schüler der beiden zehnten Klassen dieser Wirtschaftsschule während des ersten Sabel-Speed-Datings zur künftigen Ausbildung informieren. Leitende Vertreter von ­Familienbetrieben der Holzverarbeitung, der Optik und Hörgeräte sowie des Metallbaus saßen da genauso an den Tischen wie Repräsentanten einer Fachoberschule, von großen High-Tech-Unternehmen, Klinik, Krankenkasse und Wohlfahrtsträgern.

„Wir haben bereits zwei Sabel-Schüler als Azubis, und ich habe gute Erfahrungen mit beiden gemacht“, begründet Cordula Wiegand, die Geschäftsführerin der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Saalfeld/Saale mbH (Wobag), ihr Interesse an dieser besonderen Form des Kennenlernens von Ausbildern und künftigen Fachkräften. Dominik Dürrschmid, Werkstattmeister der Andreas Tröger GmbH Saalfeld, verweist auf den demografischen Wandel: „Es wird eng auf dem Ausbildungsmarkt, wer da nicht wirbt, stirbt.“

Deshalb hatte Steffi Kracik, Wirtschaftslehrerin bei Sabel und Organisatorin des Speed-Datings, auch keine Mühe, Firmenvertreter zu gewinnen. Weil pro Dating-Durchgang nur sieben Minuten zur Verfügung ­stehen, um sich zu präsentieren und seine Fragen zu stellen, mussten sich die Schüler gründlich vorbereiten. Erklingt die Musik, ist es für Antworten zu spät, nicht aber für den guten Eindruck, der möglichst bleibt.

Jens Rinneberg, der Vorsitzende des Sabel-Fördervereins und Geschäftsführer eines Planungsbüros, sieht im Azubi-Speed-Dating auch einen Vorteil für die Schule selbst: „Die Schüler üben, sich zu präsentieren, die Unternehmer lernen, auf die Schüler zuzugehen, und die Schule sammelt Erfahrungen, um am Bedarf ausgerichtet zu unterrichten.“ Deswegen soll es im November ein weiteres Treffen zwischen den Firmenvertretern und den Sabel-Pädagogen geben, um das gestrige Projekt auszuwerten.

Adrian Jauche (16) beispielsweise, der schon „ziemlich sicher“ weiß, dass er Bankkaufmann lernen will, lobt trotzdem „die Einblicke in andere Unternehmen und Informationen zur Ausbildung“ durch das Speed-Dating: „Das ist super gut gelaufen, das sollten wir öfter machen.“ Daran wird in der Sabel-Schule gearbeitet, und für einen Wiederholungstermin gibt es laut Kracik bereits weitere Interessenten aus Industrie, Verwaltungen und Service.