Baba Noel bereitet nicht nur Kindern eine Freude – Flüchtlinge und Integration: ein zentrales Thema bei Sabel

Baba Noel bereitet nicht nur Kindern eine Freude – Flüchtlinge und Integration: ein zentrales Thema bei Sabel

, 10. Dezember 2015

Trotz aller Sprachschwierigkeiten waren sich die Beschenkten einig, das kann nur Baba Noel sein, der so freundlich Geschenke in der vorweihnachtlichen Zeit verteilt. Ausgedacht haben sich die Überraschung zwei  Klassenleiterinnen der Sabel Wirtschaftsschule, Gabi Blank und Cornelia Droemer-Delfs. „Für uns beginnt Integration nicht nur mit einem guten Deutschkurs. Gerade jetzt ist die Gelegenheit günstig, um unseren Teilnehmern gelebtes Brauchtum rund um die bayerische Weihnachtszeit zu vermitteln.“ so Droemer-Delfs, die viele Wochenstunden Unterricht in den Kursen gibt.

Acht Sprach- und Integrationskurse finden seit 2. November an den Sabel Schulen statt. Eine beachtliche Zahl, wenn man weiß, dass die Kurse von heute auf morgen auf Initiative mit der Agentur für Arbeit von einem Drei-Mann-Team innerhalb von  14 Tagen förmlich aus dem Boden gestampft wurden. 160 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea besuchen täglich die Deutschkurse. Mit ausgebildeten Lehrkräften lernen sie Deutsch intensiv in kürzester Zeit. Ein Einstufungstest sichert in den  Klassen ein einigermaßen gleiches Lernniveau, damit niemand im Lerntempo behindert wird. Ziel ist es, die Teilnehmer gut auf die Prüfungen Deutsch Niveaustufe A1 vorzubereiten.  

Arbeit suchen, Anträge ausfüllen, Kinder einschulen, neue Menschen kennen lernen,  Dinge über Deutschland wissen, zum Beispiel über die Geschichte, die Kultur und die Rechtsordnung. All das lernen sie im Integrationskurs und ist Voraussetzung, um in Deutschland leben zu können. 30 Lehrkräfte helfen dabei, diesem Ziel näher zu kommen. Acht Stunden dauert der Unterricht, was für viele Flüchtlinge eine Herausforderung ist. Nach langer Odyssee sind sie physisch und psychisch erschöpft und in den überfüllten Unterkünften finden sie kaum Ruhe zum Lernen.

Da gibt es Farhan aus Aleppo, 31 Jahre alt, der so schnell wie möglich wieder in eine kaufmännische Tätigkeit einsteigen möchte, Amad aus Damaskus ist 18 Jahre und möchte in Deutschland seine Schule beenden, Ahmed ist 29 Jahre alt und würde sich freuen, wieder als Betonbauer arbeiten zu können. Nour Sabelji aus Aleppo ist Krankenschwester. Sie sitzt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater im selben Klassenzimmer.  Unter den Teilnehmern finden wir Rechtsanwälte, Lehrer, Lehrerinnen, Schweißer, IT-Ingenieure, Krankenpfleger, Imker, Studenten – bildungsnahe Bürger vor allem aus Syrien, die wie ein Schwamm den Lehrstoff „aufsaugen“, um so schnell wie möglich in die Arbeitswelt einsteigen zu können.

„Wir sehen es als große Herausforderung, diesen Menschen eine Zukunft zu geben und freuen uns über jeden Erfolg.“, so Jutta Schnitzerling. „Gerade habe ich Khaled Alhariri getroffen, er hat das große Glück,  als Maschinenbauingenieur einen interessierten Arbeitgeber gefunden zu haben. Das sind die Glücksmomente für uns!“ Zusammen mit Martina Koch und Michael Schöne, hat sie das Wunder vollbracht, in kürzester Zeit acht hochqualitative Deutsch- und Integrationskurse erfolgreich zum Laufen zu bringen. Anfang Februar endet der letzte der acht Kurse. Ob sie von der Agentur für Arbeit fortgesetzt werden, ist noch offen.

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