Die Stiftung SABEL feierte 100. Geburtstag. Wenn eine Privatschule, dazu eine so spezialisierte, auf eine einhundertjährige progressive Geschichte zurückblicken kann, dann ist das für sich schon ein Kompliment.
Gern erinnere ich mich an Begebenheiten, als wir in Saalfeld mit dem Aufbau der Erwachsenenbildung und Schule begonnen haben. Durch den Initiator Herrn Wolf-Dietrich Pfaelzer erwirbt die Stiftung SABEL als Eigentümer ein Gebäude und Grundstück, investiert weit mehr als 1 Million DM für den Kauf, die Sanierung und Ausstattung, aber eine Eintragung ins Grundbuch erfolgt erst viele Jahre später. Hierzu ist Herr Wolf- Dietrich Pfaelzer unzählige Male, beauftragt von der Stiftung, bei der Treuhandgesellschaft in Gera.
Als wir im August 1991 mitten in der Sanierung des Gebäudes stecken, haben wir auf Bitte des örtlichen Arbeitsamtes eine halbe Etage fertiggestellt und arbeiten bereits mit mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unserer kaufmännischen Übungsfirma „SABURA“.
Beeindruckend war, dass alle mehrere Wochen mit der Baustelle im Haus zurechtgekommen sind, wir alle oftmals mit Stromausfällen jeden Tag leben mussten. Eine Kommunikation per Telefon war fast unmöglich, erst dann, als wir aus München ein mobiles Telefon erhielten, dass aber im Haus nicht, sondern nur an bestimmten Stellen in der Stadt Saalfeld funktionierte.
Für alle Teilnehmer hat sich diese anstrengende, aber dennoch sehr erfolgreiche Arbeit gelohnt. Auf Bewilligung wird die Ausbildungsdauer vom Arbeitsamt um 2 Monate verlängert und fast alle Teilnehmer finden sofort im Anschluss einen Job.
Wir sagen das deshalb so gern an dieser Stelle, weil eine ehemalige Teilnehmerin aus dieser Zeit, Frau Christine Klemm, bis heute noch sehr erfolgreich in der Bildungsberatung und im Schulsekretariat für uns tätig ist. Sie wird diese ersten Stunden ebenfalls nicht vergessen.
Als die Geschäftsleitung dann im Jahr 1992 zum Thüringer Kultusministerium den Antrag stellt, eine Höhere Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten errichten zu dürfen, ist das für uns zuständige Ministerium dankbar, dass wir auf Grund der Erfahrungen aus Bayern Hilfe und Unterstützung leisten konnten. Noch keine Lehrpläne, auch keine Prüfungskommissionen, auch hier bekommen wir in Saalfeld Amtshilfe, insbesondere von der Regierung Oberbayern.
Als dann im Jahre 1993 erstmals ein Gesetz für „Schulen in freier Trägerschaft“ in Thüringen im Landtag verabschiedet wurde, hatten Privatschulen einen gesetzlichen Rahmen. Auch hierbei haben sowohl SABEL, als auch der Verband Deutscher Privatschulen aktiv mitgearbeitet.
Wiederum vergehen nochmals 5 Jahre, bis wir endlich offiziell durch den Thüringer Kultusminister, Herrn Dieter Althaus am 01.März 1998 die Urkunde zur staatlichen Anerkennung als Ersatzschule erhalten. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben endlich den Lohn für Ihre Leistungen erhalten. Wir können seit Beginn unserer alternativen Ausbildung sowohl hervorragende Prüfungsergebnisse nachweisen, als auch mit Stolz berichten, dass mehr als 75 % unserer Absolventen heute im ersten Arbeitsmarkt integriert sind.
Eine Dienstleistung ist an dieser Stelle ebenfalls erwähnenswert. Wir haben uns seit Beginn der Ausbildung bemüht, einen hohen Praxisbezug in die schulische Ausbildung zu integrieren. Daher haben wir sowohl zur Aquisition der betrieblichen Plätze, als auch zur Hilfe und Unterstützung bei der Vermittlung in den Arbeitsmarkt und der Organisation von Auslandskontakten und Schüler- und Sprachreisen, eine Mitarbeiterin beschäftigt, die diese Aufgaben mit großem Erfolg erfüllt.
Unser besonderer Dank gilt all unseren Mitarbeitern und Dozenten aus der freien Wirtschaft, unseren Damen im Sekretariat, der Buchhaltung und der Hausmeisterei.
Als wir zum Schuljahr 1998/1999 vom Thüringer Kultusministerium die Genehmigung erhielten, einen Schulversuch „Private Regelschule als Wirtschaftsschule“ durchzuführen, ist das sehr eng an das über 130 Jahre erfolgreiche Vorbild der bayerischen Wirtschaftsschule angelehnt. Wir haben zusätzlich im Konzept schulspezifische thüringer Ansätze berücksichtigt.
Wenn wir in den folgenden 2 Jahren die Wirtschaftsschule von der Klasse 5 bis zur Klasse 7 aufgebaut haben, werden wir ca. 120 Schülerinnen und Schüler bis zur mittleren Reife und zum Wirtschaftsschulabschluss führen. In der Erwachsenenbildung haben wir bis heute mehr als 2000 Arbeitssuchenden in Weiterbildungs-lehrgängen auf einen neuen Berufseinstieg vorbereitet. Hierbei zunehmend durch eine europäische Kompetenz und die Orientierung auf neue Medien, insbesondere in den Informations- und Kommunikationstechnologien.
Unsere Erfolge haben wir erreicht, weil unsere Kolleginnen und Kollegen neben der fachlichen Kompetenz mit Organisationstalent und mit der Bereitschaft zur Auseinandersetzung in der Methodik und Pädagogik engagiert tätig sind. Somit werden unsere Schüler, Fachschüler und Erwachsenen zur Kreativität, Innovation, zur Aufgeschlossenheit für Neues und zum Anstreben gemeinsamer Lösungen befähigt.
Eine lobenswerte Aufgabe für eine erfolgreiche Zukunft in Saalfeld/ Thüringen und im Verbund der Stiftung SABEL.
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