Was heißt „happy“ auf Deutsch – Vom Deutsch- und Integrationskurs hinein in die Arbeitswelt

Was heißt „happy“ auf Deutsch – Vom Deutsch- und Integrationskurs hinein in die Arbeitswelt

, 18. März 2016

IMG_6477Drei Monate lang lernte er an der Münchner Sabel Schule Deutsch und beendete den Kurs erfolgreich mit dem Niveau A1. So schnell wie möglich möchte er den Folgekurs im April besuchen. Doch zuvor gilt es, weil er aus Afghanistan kommt, manche bürokratische Hürde zu überwinden. Eine dieser Hürden stellte sich bereits beim Besuch des Deutschkurses ein, als es hieß, Teilnehmer aus Afghanistan erhalten keine finanzielle Unterstützung. Kurz gesagt: Der Kurs wird ihnen nicht bezahlt. Doch er fand jemanden mit einem großen Herz, der ihm den Kurs aus eigener Tasche finanzierte. „Mit dieser niederschmetternden Nachricht konnte ich ihn in diesem Moment doch nicht alleine lassen.“, so der großzügige Sponsor, der namentlich nicht genannt werden möchte. Und Amin hatte noch mehr Glück! Auf dem Aktionstag der Sabel Schulen, wo über 50 Firmen sich mit ihren Ausbildungsberufen vorstellten, traf er Mitarbeiter der Firma „Automobilforum Kuttendreier GmbH“, die ihm ein sechswöchiges Praktikum in ihren Werkstätten als Kfz-Mechatroniker anboten, da er ja bereits drei Jahre Berufserfahrung als Automechaniker hatte. Jutta Schnitzerling, Leiterin der Deutsch- und Integrationskurse an der Sabel Schule, freute sich ebenso für ihren Schützling. Umgehend setzte sie sich mit der Ausländerbehörde und deIMG_6476r Agentur für Arbeit in Verbindung, um die notwendige Genehmigung für Amin zu erhalten. Es klappte. Gleich am darauffolgenden Montag durfte Amin sein Praktikum beginnen. Jetzt lernt er eine Menge dazu, denn als Mechatroniker muss man nicht nur den Schraubenschlüssel in die Hand nehmen sondern viel über Elektronik und Bordcomputer wissen. Werkstattleiter Josef Dietz und sein Kollege Frank Westermeier sind von seinem Lerneifer begeistert. „Ich würde ihn vom Fleck weg sofort einstellen“, so Westermeier. „Er ist hilfsbereit, freundlich und immer wieder für Neues aufgeschlossen.“ Ein besseres Kompliment gibt es nicht. Schließlich hatte sich Amin vorher nur mit Toyotas, Fiats und Daimler-Autos befasst und jetzt ist es die Marke Ford. Doch der Werkstattleiter beruhigt, „so viele Unterschiede gibt es da nicht – Auto ist Auto.“ Amin sieht das genau so.